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Stolperstein für Carola Domar

Pogromnacht 9.11.

Stolperstein - Vogtstraße 35-37
Stolperstein - Vogtstraße 35-37

Der Stolperstein vor der Elisabethenschule wurde anlässlich des Gedenkens an die Pogromnacht am 9.11. von einer Lehrerin unserer Schule poliert  und  mit einem Gedenklicht versehen.

Carola Domar, geb. Rosenthal, besuchte die Holzhausen-, später die Elisabethenschule, die sie 1935 verlassen musste.
Danach besuchte sie ein Jahr das Philantropin. Ihr Vater war bis zum Novemberpogrom 1938 als Rechtsanwalt tätig.

Kurz vor dem Novemberpogrom fuhr Carola Domar nach Frankfurt am Main zu einer Familienfeier, wo sie die Verhaftung ihres Vaters erlebte, der einen Monat im Konzentrationslager Buchenwald inhaftiert war. Im März 1939 emigrierte sie nach England und von dort 1940 nach Amerika.

Am 30. Juni 2004 wurde der Stolperstein für Carola Domar in der Vogtstraße gesetzt. Carola Domar starb im September 2004 bei Boston.

Carola Domar berichtete:
"Antisemitismus habe ich schon verspürt, und über die Jahre wurde es immer schwieriger,
aber dieser Prozeß verlief sehr langsam, ein Schritt nach dem anderen. Das erste Ereignis,
das mir wirklich Schwierigkeiten bereitete, war der Umstand, daß ich die Elisabethenschule
verlassen mußte. Ich hatte sehr viele nichtjüdische Freunde, und obwohl einige plötzlich nicht
mehr mit mir Kontakt hielten und andere zu uns kamen und sagten, sie könnten nicht mehr
kommen, glaubten wir, das dauert vielleicht ein paar Monate oder ein paar Jahre, und dann
würde das Leben weitergehen wie vorher." (Initiative Nordend/Eschersheim, Dokumentation 2004, S.35; aus http://www.stolpersteine-frankfurt.de/downloads/Doku%202004.pdf (abgerufen am 09.11.2019))

"Die Elisabethenschule war meine Schule. Ich hatte vor, dort Abitur zu machen, und es kam
mir nie in den Sinn, daß ich dies nicht tun könnte. Eines Tages, ich glaube es war Anfang
1935, wurde ich von der Direktorin ins Büro gerufen, wo mir eröffnet wurde, daß ich nicht
mehr in diese Schule gehen könnte. Es war vollkommen unerwartet und schrecklich für mich.
Man sagte mir, ich müßte ins Philantropin gehen, in eine jüdische Schule." (Initiative Nordend/Eschersheim, Dokumentation 2004, S.35; aus http://www.stolpersteine-frankfurt.de/downloads/Doku%202004.pdf (abgerufen am 09.11.2019)

Stolpersteine sind ein Projekt des Kölner Künstlers Gunter Demnig. Auf Betonwürfeln ist eine Messingplatte (10cm x 10cm) verankert, auf der die Namen und Daten von Menschen eingeschlagen werden, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt und ermordet wurden. Die Initiative Stolpersteine in Frankfurt besteht seit 2003 und recherchiert die Schicksale der Frankfurter Opfer.

Weitere Informationen unter:

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