8. März: Weltfrauentag!
Nein, den gibt es nicht. Dafür gibt es Gründe. Denn irgendwie läuft es in der Gesellschaft nicht ganz gleichberechtigt ab, auch wenn das Grundgesetz das eigentlich vorschreibt. Dieses Jahr war der Equal Pay Day nur wenige Tage vor dem 8. März. Bis zum 27.2 haben Frauen 2026 quasi umsonst gearbeitet.
Schon früh verändert sich, wie wir behandelt werden. Wenn wir im Kindergarten und in der Grundschule sind, sind wir einfach Kinder. Dass wir als Jungen und Mädchen* unterschiedlich behandelt werden, ist uns zu diesem Zeitpunkt meist noch nicht bewusst. Ab dem Alter von 11 bis 12 Jahren, passiert etwas Merkwürdiges um uns herum – noch gar nicht so sehr in uns, denn wir sind ja noch Kinder; denken wir. Aber plötzlich gibt es nicht mehr „uns Kinder“, sondern nur noch Jungs und Mädchen*.
Die kurzen Hosen, die ich als Mädchen im Sommer immer selbstverständlich getragen habe, heißen bei manchen Erwachsenen nun plötzlich „Hotpants“ und werden kritisch beäugt oder (leider genauso häufig) von fremden erwachsenen Männern interessiert betrachtet. Mütter und Väter werden plötzlich nervös, wenn wir Mädchen* mit dieser Kleidung ganz selbstverständlich das Haus verlassen möchten. Aber auch grundsätzlich sobald es dunkel ist, hier ist egal in welcher Kleidung. Es ist dunkel. Im Winter bedeutet das ab 17 Uhr.
Und die Jungs? Die dürfen einfach raus. Sie treffen sich, einfach so. Freiheit schnuppern. Abenteuer erleben. Sogar im dunklen Park und in kurzen Hosen. Und plötzlich gibt es Mädchen* drinnen und Jungs draußen.
Der Schutz schlägt die Freiheit. Unsere Freiheit.
Es bleibt: eine große Verunsicherung bei uns Mädchen*, darüber, dass etwas an unseren Körpern, an uns nicht richtig ist. Dass wir nicht richtig sind, so wie wir sind.
An dieser Stelle wird etwas in Gang gesetzt, was schmerzhaft ist für jedes Mädchen*. Unsere Sehnsucht nach freier Entfaltung stößt an die patriarchalen Strukturen unserer Gesellschaft und wirft uns zurück. Das schmerzt, macht uns viel zu oft Angst, lässt uns ohnmächtig fühlen. Immer und immer wieder. Und es macht uns sehr wütend!
Darüber müssen wir reden. Nicht nur zu Hause oder unter uns Mädchen*, sondern gerade in der Schule mit allen Jungen und Mädchen*-auch im Unterricht.
Schule soll unsere Demokratie stärken. Der Umstand dass 50 % der Schüler*innen weniger gleich behandelt werden und Teile der anderen Hälft, nämlich Männer jeden Alters, diese Strukturen ausnutzen, muss immer wieder unser Thema sein. Wir müssen über Catcalling, Körperkommentare, Bedrängungen, unangemessenen Berührungen, unangemessene Sprache, die Abwertung von Mädchen*- und Frauen*körpern, misogyne Rollenbildern für Jungen, Grenzverletzungen jeder Art, über absurde Kleiderordnungsvorstellungen als Teillösung von diesem großen strukturellen gesellschaftlichen Problem und all diese grässlichen Dinge dringend reden! Je öfter umso besser!
der 8. März ist der Internationale Frauentag. Ein Tag der Solidarität mit Frauen* und unter Frauen*, ein Tag des Empowerments, an dem sich auch gerne die ganze Wut über diese Ungerechtigkeit lautstark entladen darf.
Jeder Tag sollte der 8. März sein!
Seid Feministinnen und Feministen.













