Geheim!

6 Methoden, um deine Briefe zu verschlüsseln

Die Kryptographie ist die Verschlüsselung eines Textes. Wenn du mit jemandem, zum Beispiel mit deinem Freund geheim kommunizieren möchtest, musst du ein Paar Verschlüsselungsmethoden kennenlernen. Ich habe manche für euch gesammelt, damit ihr geheim kommunizieren könnt. Hier sind die sechs besten Methoden nach Effizienz geordnet.

6. Unsichtbare Tinte

Es ist die leichteste und am einfachsten lösbare Methode, wenn ihr eine unsichtbare Tinte macht. Dazu muss man eine Zitrone ausquetschen, und den Saft als Tinte benutzen. Die Tinte wird unsichtbar, aber mithilfe von Hitze kannst du es später ablesen.

Vorteil: Alle denken, dass du ein leeres Blatt in deiner Hand hast. 

Nachteil: Aber wenn man erfährt, dass du unsichtbare Tinte benutzt, dann kann man alle von deinen Briefen einfach lösen. 

5. Morse

Der in 1838 erfundene Code war damals eine verbreitete Weise, um einander Nachrichten zu schicken. Das ist die einzige von den sechs kryptographischen Methoden, die hier erklärt sind, die mit Tönen funktioniert. Hier ist das Alphabet des Morsecodes: Ein kurzer Ton wird mit einem Punkt, ein langer Ton wird mit einem Bindestrich bezeichnet.

Vorteil: Man muss ein gutes Taktgefühl und Gehör haben, um zu verstehen. 

Nachteil: Es kann von der älteren Generation gelöst werden, z. B. mein Großvater hat es verstanden. Und wenn du es lernen möchtest, brauchst du viel Zeit.

4. Anderes Schreibsystem 

Die altungarische Schrift ist das einzige andere Schreibsystem, das ich außer dem Lateinischen kann. Es wird heute nur inoffiziell benutzt, trotzdem kennen viele Ungarn das. Es basiert auf der ungarischen Rechtschreibung und Aussprache, trotzdem zeige ich euch, wie es aussieht.

Es wird von rechts nach links geschrieben. Also, das war nur ein Beispiel, ihr könnt ein Alphabet auch selbst erfinden.

Vorteil: Der Leser wird sicher überrascht werden, und muss nachdenken, wie er das lösen soll. 

Nachteil: Man kann nach bestimmten Wörtern suchen, die oft vorkommen: Artikel, Personalpronomen usw. Damit kann man einfach die anderen Buchstaben herausfinden, und dein System ist kein Geheimnis mehr. 

 

3. Playfair 

Das ist jetzt eine echte Methode, um einen Text zu verschlüsseln. Diese habe ich im Film „Das Vermächtnis des geheimen Buches“ gesehen. Es funktioniert so: 

Mach eine 5*5-Tabelle mit allen Buchstaben des Alphabetes außer Q.

Beispiel:

Dann haben wir den ersten Satz dieses Artikels: 

Die Kryptographie ist die Verschlüsselung eines Textes. 

Das wird in Buchstabenpaaren geteilt (bei Doppelbuchstaben wird der Zweite mit X vertreten):

DI / EK / RY / PT / OG / RA / PH / IE / IS / TD / IE / VE / RS / CH / LU / ES / SE / LU / NG / EI / NE / ST / EX / TE / SX 

Und jetzt verschlüsseln wir es mit unserer 5*5-Tabelle: 

  1. Wenn das Buchstabenpaar in derselben Zeile der Tabelle zu finden ist, nehmen wir die Buchstaben, die an der rechten Seite des Buchstabens ist. Wenn der rechte Buchstabe am Ende der Zeile steht, nehmen wir den Ersten in der Zeile. Beispiel: D und I sind in der ersten Reihe, wir nehmen deshalb A und T.  

  1. Wenn das Buchstabenpaar in derselben Spalte ist, dann nehmen wir den unteren Buchstaben und den Buchstaben, der unter ihm steht. Wenn der rechte Buchstabe unten steht, nehmen wir den Oberen. Beispiel: R und Y sind in der dritten Spalte, aber es gibt keinen Buchstaben unter Y, deshalb nehmen wir den Oberen, also YS.

  1. Wenn das Buchstabenpaar ein Rechteck formuliert, dann nehmen wir die anderen zwei Ecken dieses Rechtecks, immer den Buchstaben, der in derselben Zeile ist. Beispiel: E ist in der zweiten Zeile der zweiten Spalte, K ist rechts unten, also wir nehmen C und W.

Dekodieren könnt ihr, wenn ihr die Schritten 1 und 2 anderes herum macht (also statt des rechten Buchstabens nimm den Rechten, und statt des Unteren nimm den Oberen). Wenn es zu schwer ist, nutze diese Website. 

 

Vorteil: Man kann das nur mit unglaublich vielen Proben lösen, oder man muss irgendwie die Tabelle bekommen.

Nachteil: Wenn du die Tabelle einmal verlierst, dann musst du eine Neue machen, weil mit der Tabelle kann man schon lösen. Und es ist nicht so einfach, diese Methode zu lernen. 

 

2. Raster

Diese Methode wurde im Buch Mathias Sandorf von Jules Verne erklärt: „Diese Nachrichten wurden mit einer sehr einfachen Methode zusammengestellt: mit der Vertauschung der Buchstaben. In diesem System behalten alle Buchstaben ihren Wert im Alphabet, also b bedeutet b, und o bedeutet o usw. Aber die Buchstaben wurden in einer Reihenfolge vertauscht, wie das vom Raster bestimmt wurde, und als das Raster auf den Brief gesetzt wurde, die Buchstaben erschienen in der Reihenfolge, wie man das auch lesen muss, und die andere Buchstaben wurden bedeckt.“ [eigene Übersetzung aus dem Ungarischen] Also, das ist unser 8*8-Raster:

Die schwarzen Felder sind aus Karton, die Weißen sind ausgeschnitten. Am Anfang ist das Kreuz oben. Unser Text, der zu verschlüsseln ist, ist der folgende: „2.Raster: Diese Methode wurde im Buch Mathias Sandorf von Jules Verne erklärt.“ Wir nehmen jetzt unser Raster, legen es auf ein Blatt und fangen an, die Buchstaben hineinzuschreiben:

Wir haben leider keine leeren Felder mehr. Wenn wir das Raster aufheben, sehen wir das auf dem Blatt:

Wir drehen jetzt das Raster nach rechts, und machen weiter:

Nach dem zweiten Schritt sieht es so aus:

Wir drehen das Raster nach unten, und der dritte Schritt kommt:

Und auf dem Blatt steht:

Und wir drehen das Raster zum letzten Mal nach rechts:

Und was am Ende auf dem Blatt steht:

Um abzulesen braucht man nur das Raster. Wenn ihr eine eigene Schablone wollt, dann achtet darauf, dass, wenn ihr es dreht, keine Felder aufeinander gedreht werden können! Ihr könnt es auch in einer anderen Größe machen, dann sollen die Seitenlängen gerade Zahlen sein, und es soll immer quadratisch sein! 

 

Vorteil: Ohne das Raster ist es fast unlösbar, die geheime Nachricht in Mathias Sandorfwurde mit dem Raster gelöst, das gestohlen wurde.

Nachteil: Heutige Anagrammen-Generatoren können das einfach lösen. 

 

1. Andere Sprache 

 

Wenn ihr auf einer anderen Sprache kommuniziert, ist es schwer zu lösen. Die Amerikaner benutzten im zweiten Weltkrieg Navajo-Eingeborene, um die Briefe zu verschlüsseln. Es wurde von den Deutschen nicht gelöst. Google Translate kann heute jeder benutzen. Also entweder sprichst du mit deinen Freunden z. B. auf Mansisch (Sprache beim Uralgebirge, 3 000 Menschen benutzen sie als Muttersprache), oder erfindest du eine eigene Sprache. Wenn du eine eigene Sprache erfinden möchtest, dann viel Glück! 

Vorteil: Eine Sprache muss man lernen, wenn man es verstehen will, das dauert den Neugierigen zu lang. 

Nachteil: Wenn du eine häufige Sprache (z. B. Englisch) oder eine Sprache wählst, die in Google Translate verfügbar ist, dann kann man es einfach lösen, obwohl manche Fehler bei Google Translate auftreten können. Ein anderer Nachteil ist, dass um eine Sprache zu bauen und dann noch lernen zu verstehen, dauert es auch für den Sprachwissenschaftler Jahre. (Navajo war eine gute Wahl, weil Navajos Englisch verstehen, aber andere Menschen Navajo nicht verstehen, und es gab damals kein Google Translate, und heute kann man auch nicht auf Navajo übersetzen.) 

 

Also, wenn ihr etwas geheim machen wollt, denkt es euch auf einer anderen Sprache aus, schreibt das in einem, vom Lateinischen verschiedenem Schreibsystem, nutzt die Playfair-Methode, danach schreibt es mit Zitronensaft durch das Raster auf ein Blatt, und schickt es per Post! ;-) 

 

Empfohlenes Buch: Jules Verne: Mathias Sandorf 

Empfohlene Filme: Das Vermächtnis der Tempelritter, Das Vermächtnis des Geheimen Buches (Serie) 

Wenn du etwas davon besser verstehen möchtest, schreib eine E-Mail an mich: marcell.schulreporter@outlook.de 

Marcell, 9b (Schulreporter)

Zurück